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... dass es einen Gläubigenmangel gibt
Kath.Net-Focus Religionsunterricht: M. Bömer aus dem Bistum Münster berichtet über ihre Erfahrungen im Augustinianum: Seit über 30 Jahren geduldet, dass die Privatmeinung von Religionslehrern den Schülern als das eigentlich wahre Christentum gelehrt wird
Wien-München (kath.net)
Der am 13. Juli auf kath.net veröffentlichte Brief einer 15-jährigen Schülerin über den Missbrauch mit dem Religionsunterricht in einer Schule in der Erzdiözese Salzburg hat bei den kath.net-Lesern für ein großes Echo gesorgt. Kath.Net wird daher in den nächsten Wochen noch weitere Rückmeldungen und Berichte über den Religionsunterricht in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlichen, im Kath.Net-Focus Religionsunterricht:
Ein Brief von Maria Elisabeth Bömer aus dem Bistum Münster:
Sehr geehrte Kath.net-Redaktion,
nachdem ich den Brief der 15-jährigen Schülerin gelesen habe, möchte ich Ihnen mitteilen, was ich im Religionsunterricht erlebt habe. Und das Alles hat nicht erst in jüngster Zeit stattgefunden, sondern bereits vor 30 Jahren. Von 1979 – 1988 habe ich ein Städtisches Gymnasium, welches auch noch den Namen „Augustinianum“ trug, in einer 35.000 Einwohnergemeinde 15 km nördlich von Münster in Westfalen besucht.
Wie die 15-jährige Verfasserin des Briefes, habe auch ich zur damaligen Zeit gesagt: „Im Religionsunterricht lernen wir alles über andere Religionen nur nichts über die eigene.“ Das Religionsbuch und somit auch der Religionsunterricht hatten den Buddhismus, Hinduismus, Islam, verschiedene Sekten und Themen, die man im Sozialkundeunterricht ebenfalls behandelt hat, etc. zum Inhalt.
In der Quinta kam einmal die Frage auf, wie das Verhältnis zwischen Gott Vater und Sohn sei. Die Religionslehrerin behauptete, dass Jesus nicht gleichzeitig Gott sei, sondern Gottes Sohn und untermauerte diese Aussage mit dem Argument, dass Prinz Charles ja auch nur der Sohn von Queen Elizabeth ist und nicht gleichzeitig mit seiner Mutter König sein könne. Daraufhin stand einer meiner Mitschüler auf und widersprach dieser Aussage entschieden. Ich bin ihm dafür dankbar gewesen, denn ich habe der Religionslehrerin deshalb nicht meine Meinung gesagt, weil ich den Eindruck hatte, dass es sich nicht lohnt. Die Diskussion zwischen meinem Mitschüler und der Lehrerin hat dann auch nicht gefruchtet, sie blieb steif und fest bei ihrer Aussage.
In der Untertertia behandelten wir das Thema Taufe. Die Religionslehrerin, es war eine andere als die, die wir in der Quinta hatten, erzählte uns, wie beeindruckend sie es fand, dass in der Osternacht in ihrer Gemeinde ein 5-jähriges Kind getauft worden wäre, weil die Eltern unbedingt wollten, dass ihr Kind seine Taufe bewusst miterlebt. Anschließend machte sie uns deutlich, dass es noch besser wäre, Kinder gar nicht taufen zu lassen. Sie plädierte für die Erwachsenentaufe, weil man sich dann frei für den Glauben entscheiden könne, der einen am Meisten zusagt. Alles andere wäre Fremdbestimmung.
So könnte ich noch einige Beispiele nennen. Auch ich habe damals sehr gelitten, nicht nur im Religionsunterricht. Meine Eltern gehören dem Schönstatt-Familienbund an und so fuhren wir jedes Jahr in den Sommerferien zur Tagung. Nach den Ferien wurde dann von den Lehrern gefragt, wo man denn seinen Urlaub verbracht habe. Wohlweißlich habe ich jedesmal ganz neutral geantwortet: „Im Westerwald.“ Daraufhin wurde ich von den Lehrern ausgelacht: „Was, im Westerwald, da gibt es aber schönere Urlaubziele! Das ist ja total langweilig!“ Hätte ich geantwortet, „zur Tagung des Schönstatt-Familienbundes im Westerwald sind wir in den Ferien gefahren“, wäre ich noch mehr Hohn und Spott ausgeliefert gewesen und das noch stärker seitens der Lehrer, als der Mitschüler, die nur die Meinung der Lehrer nachgeäfft hätten.
Mit meinem Schreiben möchte ich nur verdeutlichen, dass bereits seit über 30 Jahren geduldet wird, dass die Privatmeinung von Religionslehrern den Schülern als das eigentlich wahre Christentum gelehrt wird. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es einen Gläubigenmangel gibt, weil auch viele Elternhäuser diesem unglaublichen Religionsunterricht nichts entgegenzusetzen haben.
Eine Einladung: Wir möchten hier weiter berichten und das Thema noch mehrmals aufgreifen und bitten weiterhin um Ihre Rückmeldung an redaktion@kath.net. Diese möchten wir auch auszugsweise veröffentlichen!